Projekt Naturecke

Die Kaifenheimer Naturschutzgruppe errichtet eine Naturecke in der Bachstraße



Manch Kaifenheimer Bürger hat es vielleicht schon bemerkt, in der Bachstraße hat sich etwas getan. Die Bachstraße endet als Sackgasse unmittelbar neben dem Kaifenheimer Kindergarten. Im Bereich des Wendeplatzes hat die Kaifenheimer Naturschutzgruppe ein kleines Zuhause für heimische Tier- und Pflanzenarten geschaffen. Hier gibt es z.B. Nist- und Brutplätze für Wildbienen, Schmetterlinge, Eidechsen, Hummeln, Ameisen, Igel und Vögel. Gleichzeitig bietet die Naturecke die Möglichkeit der Beobachtung und des Kennenlernens vieler einheimischer Tiere und Pflanzen. Nicht nur die Kinder des angrenzenden Kindergartens, sondern Jung und Alt können hier verweilen und immer wieder interessante Dinge entdecken.


Folgende Bereiche wurden bereits eingerichtet:

Wildbienenhotel:
Die Honigbiene kann nur etwa 10-15% unserer heimischen Obstbäume bestäuben. Wildbienen sind daher ein unverzichtbarer Bestandteil eines intakten Naturhaushaltes. Sie produzieren zwar keinen Honig, haben aber aufgrund ihrer Artenvielfalt, ihrer Verbreitung von der Ebene bis in die Hochgebirge und ihrer Spezialisierung eine hohe Bedeutung für die Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen. Neben den 3 großen Wildbienenhotels enstand hier eine etwas kleinere Variante.



Trockenmauer:

Die Trockenmauer bereitet besonders den thermophilen (wärmeliebenden) Tieren und Pflanzen einen wichtigen Lebensraum. Auf kleinstem Raum exististiert eine Vielzahl von Lebewesen, die die Trockenmauer als Unterschlupf aber auch als Möglichkeit der Nahrungssuche nutzen. Insekten wie Bienen oder Wespen, Eidechsen, Käfer und Kröten siedeln sich hier an. Als typische Pflanzen findet man hier beispielsweise den Mauerpfeffer oder die Fetthenne. Die Steine sind lose aufeinander aufgeschichtet, sodass Tiere auch die Fugen und Ritzen besiedeln können. Wir haben für den Bau der Mauer bewusst alte Bruchsteine verwendet, die bereits in früheren Zeiten in unserer Region zum Bau von Häusern verwendet wurden.



Lesesteinhaufen:

Lose aufgehäufte Steine aller Größen und Formen bilden den sogenannten Lesesteinhaufen. Früher wurden die in Gärten und Feldern aufgelesenen Steine am Rand des Feldes aufgehäuft, daher der Name 'Lesesteinhaufen'. Hier siedeln ähnliche Tier- und Pflanzenarten wie in der Trockenmauer.



Benjeshecke:

Die Benjeshecke (oder Totholzhecke) ist eine lockere Aufschichtung von überwiegend dünneren Ästen und Zweigen. Sie bietet Vögeln und anderen Tieren Schutz und Nahrung, so dass diese mit ihrem Kot oder ihren Nahrungsdepots das Aussamen von Gehölzen beschleunigen sollen. Hermann Benjes beschrieb dieses Vorgehen Ende der 1980er Jahre.



Hummelkasten:

Hummeln sind Nützlinge und bestäuben viele Pflanzen (auch Obstpflanzen). Davon profitieren wiederum alle, die sich von den Früchten ernähren. Aber auch bei der Vermehrung der Pflanzen, was bei seltenen Pflanzenarten in der Natur sehr wichtig ist, spielen Hummeln eine wichtige Rolle. Der Hummelkasten ist bereits mit Nistmaterial gefüllt, damit er leichter von den Tieren als Nistkasten angenommen wird.



Igelhaus:

Der unter Naturschutz stehende Igel kommt in unserer Umgebung leider immer seltener vor. Er ist nicht nur interessant anzusehen, er hilft auch als ökologischer Schädlingsfresser im heimischen Garten. Daher helfen wir ihm, indem wir ein Winterquartier für ihn herrichten. Hier kann er den langen Winter in geschützter Umgebung überstehen. Im Sommer baut der Igel hier sein Nest für den Nachwuchs. Die Paarungszeit der Igel ist je nach Witterung und Temperatur zwischen Mai und August. Nach 35 Tagen bringt das Weibchen 4-5 Igelkinder zur Welt. Diese sind zunächst blind und taub und wiegen etwa 20 Gramm. Nach zwei Wochen öffnen sie ihre Augen und Ohren. Etwa 6 Wochen säugt die Igelin ihre Jungen bis diese dann nach und nach selbstständig werden.



Ameisen-Beobachtungsstein:

Ameisen besiedeln gerne den Bereich unterhalb von Steinen oder auch Gehwegplatten. Die Steine spenden Wärme und der darunterliegende Sand bietet für ihren Bau eine optimale Bedingung. Um die Ameisen zu beobachten muß man zwangsläufig die Steine anheben, was die Tiere nachhaltig stören oder sogar töten würde. Der Ameisen-Beobachtungsstein hat hierzu eine Scheibe unmittelbar unterhalb des Steines, d.h. die Ameisen bauen unterhalb der Scheibe. Das Anheben des Steins ermöglicht die Beobachtung der Tiere ohne deren Gefährdung.



Außerdem gibt es eine Blumenwiese, einen alten Baum mit diversen Nistkästen für Vögel und viele weitere kleinere 'Projekte' innerhalb der Naturecke.




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